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Kulinarisches aus dem römischen Alpenvorland und Zu Tisch im spätantiken Ägypten

ZU TISCH IM SPÄTANTIKEN ÄGYPTEN

Nirgendwo anders als im heißen und trockenen Boden Ägyptens wurden Tausende von Schriftdokumenten aus vergangenen Zeiten konserviert: Auf Papyrus, dem Vorläufer unseres Papiers – der Name leiteet sich davon ab – festgehalten. Sie zu lesen, zu entschlüsseln und zu interpretieren ist eine Aufgabe, der sich Spezialisten der Altertumsforschung, die Papyrologen, unterziehen. Mit oft großem Erfolg und mit Ergebnissen „beladen“, die einzigartige Einblicke in die Alltagskultur des antiken Ägyptens ermöglichen. Dies wird wiederum auch in dieser Ausstellung evident, die von der Papyrussammlung der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien freundlicherweise zur Verfügung gestellt wird. Deren Leiterin, Frau Prof. Dr. Cornelia Römer, und Kustos Dr. Harald Froschauer haben einmalige Schriftzeugnisse zusammengestellt, welche die spätantike Eß- und Trinkkultur Ägyptens, darüber hinaus aber auch wesentliche Aspekte des Handels mit Lebensmitteln und deren Verkauf schildern: Sprechende Dokumente, ausgewählt aus dem einmaligen Fundus der Papyrussammlung in Wien, die mit ca.180.000 Objekten zu den umfangreichsten der Welt zählt. Und wer sich außer als interessierter Betrachter zusätzlich in der antiken Küche betätigen möchte, dem seien einige Rezepte aus römischer Zeit zur Kenntnisnahme empfohlen oder – auf besondere Anregung - zwei Papyri der Universität Heidelberg in die Schüssel – pardon, besser ans Herz- gelegt: Lenden, Fleisch und Schinken warten bereits, um zubereitet und – hoffentlich mit dem Genuß des Gourmets – verzehrt zu werden.

ERWIN M. RUPRECHTSBERGER

KULINARISCHES AUS DEM RÖMISCHEN ALPENVORLAND

Eine neue Ausstellung über römische Küche ! Aber gab es in den letzten Jahren nicht schon genügend Ausstellungen über dieses Thema ? Hat es nicht schon etwas von – in der Sprache der alten Römer gesagt – „crambe repetita“, von „wiederaufgewärmtem Kohl“
an sich ? Wir meinen: nein. Viel zu wenig hat man bisher zu beleuchten versucht, was denn in der römischen Antike hier bei uns, im Voralpenland entlang der Donau, gegessen wurde. Zu wenig hat man herausgearbeitet, wieweit damals der mediterrane Koch- und Eßstil bei uns Einzug gehalten hat; und zu wenig hat man untersucht, was hier aus den einheimischen kulinarischen Traditionen der vorrömischen Zeit geworden ist. Man könnte fast sagen: am Nordfuß der Alpen kam es damals zu einer Art von „Krieg der Küchen“, bei dem die mediterrane Ernährungsweise die einheimisch-bodenständige zurückgedrängt, aber nicht verdrängt hat. Die küchengeschichtliche Situation erinnert damit an die heutige: Seit den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts hat es ja einen erneuten Vorstoß der mediterranen Küche in den Norden gegeben, der zu sehr ähnlichen Effekten geführt hat wie der römische. Die Ausstellung illustriert diese Fakten durch oft erstaunliche, aber z. T. doch kaum einmal präsentierte Funde. Sie wurden uns von einem Dutzend Museen, Sammlungen und Besitzern zur Verfügung gestellt. Dazu gehören ein Mörserstößel mit phallusförmigem Griff – ein bisher einzigartiges Stück aus Carnuntum; oder ein bronzenes Handwaschbecken zum Herumreichen bei Tisch aus Salzburg; oder römische Erbsen, eine Dattel und Obststeine, darunter ein Obstrestefund aus dem römischen Linz; oder auch Mitteleuropas älteste Fischkonserve: eine komplett erhaltene Amphore aus Salzburg mit Resten ihres Inhalts.

GÜNTHER E. THÜRY

Katalog-Sonderangebot:

H.FROSCHAUER – C.RÖMER, Mit den Griechen zu Tisch in Ägypten, Nilus 12 (Wien 2006) Preis: € 18,-
G.E.THÜRY, Kulinarisches aus dem römischen Alpenvorland. Mit einer Einleitung von Erwin M. Ruprechtsberger, Linzer Archäologische Forschungen Sh 39 (Linz 2007)
Preis: € 9,80

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