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Ni Hao Linz
300 Jah­re Aus­tausch zwi­schen Ober­ös­ter­reich und China

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  • Ausstellungsansicht, Ni Hao Linz. 300 Jahre Austausch zwischen Oberösterreich und China, 2011-2012
  • Ausstellungsansicht, Ni Hao Linz. 300 Jahre Austausch zwischen Oberösterreich und China, 2011-2012
  • Ausstellungsansicht, Ni Hao Linz. 300 Jahre Austausch zwischen Oberösterreich und China, 2011-2012

Was ver­bin­det wohl Ober­ös­ter­reich mit Chi­na? Mehr als man auf den ers­ten Blick den­ken mag. In der Aus­stel­lung Ni Hao Linz wer­den bis­her recht unbe­kann­te Bezü­ge zwi­schen dem Reich der Mit­te und dem Land ob der Enns erleb­bar gemacht. Die Schau spannt über meh­re­re Jahr­hun­der­te einen wei­ten Bogen über die Geschich­te der ober­ös­ter­rei­chisch-chi­ne­si­schen Beziehungen.

1780 lässt sich der ers­te Chi­ne­se in Nuß­dorf am Atter­see nie­der und hei­ra­tet in das Haus Boden­we­ber ein. Die Jesui­ten Johann Gru­e­ber und Xaver Ern­bert Fri­d­el­li wirk­ten als Kar­to­gra­fen und Astro­no­men am chi­ne­si­schen Kai­ser­hof, der ers­te zivi­le“ Chi­na­fah­rer war Chris­toph Fern­ber­ger zu Egen­berg, Erb­käm­me­rer des Lan­des ob der Enns und der Lin­zer Bür­ger­meis­ter Johann Adam Pru­ner (1672 – 1734) impor­tier­te als erfolg­rei­cher Chi­n­a­kauf­mann Por­zel­lan und ande­rer Kost­bar­kei­ten. Expo­na­te aus der Öster­rei­chi­schen Natio­nal­bi­blio­thek, dem Wien Muse­um und dem Ober­ös­ter­rei­chi­schen Lan­des­mu­se­um ver­wei­sen auf die ers­ten Bezü­ge OÖ-Chi­na. Etli­che der Objek­te aus dem MAK und der Samm­lung Kamin­ski wer­den zum ers­ten Mal öffent­lich gezeigt. Chi­no­i­se­ri­en, unter ande­rem auch Besitz der in Chi­na sehr belieb­ten Kai­se­rin Sis­si run­den das Bild ab. Aber auch die in OÖ erzeug­ten Qua­li­täts­pro­duk­te fan­den früh ihren Weg in das bevöl­ke­rungs­reichs­te Land der Erde. Zum Bei­spiel Waf­fen­rä­der, mit denen die Welt umrun­det wur­de, oder der PKW von Steyr, mit wel­chem Mit­te der drei­ßi­ger Jah­re Max Reisch und Hel­muth Hah­mann als Ers­te mit einem Auto Chi­na durchquerten.


Im 20. Jahr­hun­dert wur­de Chi­na in OÖ prä­sent. Die meis­ten Einwander*innen kamen aus der Pro­vinz Zhe­jiang. Dar­über hin­aus wur­den Tau­sen­de von chi­ne­si­schen Fach­kräf­ten bei der VOEST und Steyr geschult. Die Ver­bin­dun­gen wur­den durch die Part­ner­schaf­ten des Lan­des OÖ mit der uralten und wirt­schaft­li­chen auf­stre­ben­den Pro­vinz Shan­dong und der Stadt Linz mit der Stadt Cheng­du noch inten­si­ver. Volks­kunst wie etwa Schat­ten­spiel­fi­gu­ren und Neu­jahrs­holz­schnit­te bie­ten Ein­blick in die Kul­tur der Region.

Und heu­te? Der ers­te öster­rei­chi­sche Stu­dent in Peking ist der bekann­te Jour­na­list und Autor Hel­mut Ople­tal aus Linz. Per­sön­lich­kei­ten wie Liu Jia räu­men beim ober­ös­ter­rei­chi­schen Tisch­ten­nis ab und Lin­zer Tor­ten wer­den in Chi­na serviert.


Bei der Weckung des Inter­es­ses für Chi­na und den Fer­nen Osten hat der gebür­ti­ge Lin­zer und Groß­ree­der Hel­mut Soh­men mit sei­ner Paro­le Go East“ einen erheb­li­chen Anteil. Sei­ne Fern­ost- und die Soh­men-Chi­na-Stif­tung lie­fern für ober­ös­ter­rei­chi­sche Inter­es­sen die mate­ri­el­len Grundlagen.

Ver­bin­dun­gen wie die­sen spürt die Aus­stel­lung nach und rich­tet dar­über hin­aus den Blick auch auf Kunst aus Ober­ös­ter­reich und Chi­na. Zahl­rei­che Video­por­träts von Oberösterreicher*innen, deren Leben eng mit Chi­na ver­knüpft ist, machen die Aus­stel­lung zusätz­lich leben­dig:
Ingrid Fischer-Schrei­ber – Sino­lo­gin; Her­ta Irnstor­fer – Nach­fah­rin des ers­ten Chi­ne­sen in OÖ; Liu Jia – Tisch­ten­nis­spie­le­rin, Den­ny Lau – Restau­rant­be­trei­ber; Dan­mei Chen-Mol­tas – Vice Pre­si­dent, Inter­na­tio­nal Busi­ness, RLB OÖ AG; Hel­mut Ople­tal – Jour­na­list, Sino­lo­ge; Hel­mut Soh­men – Vor­sit­zen­der der BW Group Ltd., Reeder.

Kurator*innen: Gerd Kamin­ski, Bar­ba­ra Kreissl, Klau­dia Kreslehner

Aus­stel­lungs­ar­chi­tek­tur: San­dra Gnig­ler, Gunar Wilhelm

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