Sehnsucht Frieden
80 Jahre Kriegsende in Linz – 1945/2025
Vor 80 Jahren endeten der Zweite Weltkrieg und mit ihm das nationalsozialistische Regime, das für den Tod von vielen Millionen Menschen verantwortlich war. Linz war zu großen Teilen zerstört, Tausende Linzer*innen waren tot, verletzt, traumatisiert, obdachlos, vertrieben oder ermordet. Die Versorgung war zusammengebrochen; viele Menschen mussten teils jahrelang in den zahlreichen Barackenlagern der Stadt auf eine neue Wohnung, ihre Heimreise oder die Weiterreise in eine neue Heimat warten. Das unter amerikanischer und sowjetischer Besatzung stehende Linz betrachtete – wie der Rest Österreichs – den Wiederaufbau als Neuanfang. Gleichzeitig nutzte man diesen aber auch als Gelegenheit, die eigene Verstrickung in die nationalsozialistische Diktatur als von außen aufgezwungen darzustellen. Die Besatzung hatte zudem das kollektive Gefühl der Unfreiheit zur Folge, das erst 1955 mit dem Staatsvertrag ein Ende fand.
In diesen Jahren wurde mit Hilfe der Alliierten der Grundstein gelegt für ein Österreich, das seinen Bürgerinnen ein Leben in größtmöglicher Freiheit, Gerechtigkeit und Sicherheit unter den Maßstäben der Vernunft ermöglichen sollte.
Die Ausstellung geht der Frage nach, wie das Leben in der Nachkriegszeit in Linz von diesen Faktoren geprägt wurde und welche Spuren die Vergangenheit in der Stadt und ihren Menschen hinterlassen hat. Dabei bietet sie auch Raum für die Gegenwart und persönliche Eindrücke.
Kurator*innen: Martina Zerovnik, Sebastian Piringer
Ausstellungsgestaltung: koerdtutech und Larissa Cerny
| Date | Titel | Time |
|---|---|---|
| Do. 22.10 | Pressekonferenz: Death Positive Der Tod ist ein sehr lebendiger Begleiter. Mal leise oder laut, oft unerwartet und manchmal herbeigesehnt. Und trotzdem schieben wir ihn gerne weit weg von uns. Diese Ausstellung holt ihn mitten ins Zentrum – behutsam, konfrontativ, humorvoll und radikal ehrlich. Denn: Sterben müssen wir alle. Also reden wir darüber, bevor es zu spät ist. | 10:00–11:00 |
| Do. 22.10 | Eröffnung: Death Positive. Gestorben wird immer Der Tod ist ein sehr lebendiger Begleiter. Mal leise oder laut, oft unerwartet und manchmal herbeigesehnt. Und trotzdem schieben wir ihn gerne weit weg von uns. Diese Ausstellung holt ihn mitten ins Zentrum – behutsam, konfrontativ, humorvoll und radikal ehrlich. Denn: Sterben müssen wir alle. Also reden wir darüber, bevor es zu spät ist. Wir feiern das Leben mit Totensemmeln von der Bäckerei Brandl und lauschen den himmlischen Klängen von Blonder Engel. Eintritt frei | 19:00–21:00 |
| Fr. 23.10 | Death Café im Domcafé Linz Trauercafé „Ich vermisse dich“ mit Nicole Leitenmüller, Referentin für Krisenbegleitung der Diözese Linz. Treffpunkt: Domcafé, Domplatz 1, 4020 Linz | 16:00–18:00 |
| So. 25.10 | Öffentliche Führung durch die aktuellen Ausstellungen des Nordico Stadtmuseum Dauer 60 Minuten, max. 25 Personen, Führungkarte € 4 (zzgl. Eintritt) Keine Anmeldung erforderlich („first-come-first-served“) | 14:30–15:30 |
| So. 25.10 | Origami Sterne falten (in der Kinderkulturwoche) Schritt für Schritt, Falte für Falte, entsteht ein Stern und dabei kommen wir in eine konzentriert-meditative Stimmung. Wer will, kann über das Leben sprechen oder über Erinnerungen, Abschiede oder über Verluste; wer will kann Abschiedsrituale teilen, oder Gedanken darüber, wie wir mit dem Fehlen eines Menschen umgehen und das, was uns dabei verbindet. Für Kinder und Erwachsene im Rahmen der Kinderkulturwoche | 15:00–17:00 |
| Di. 27.10 | BestOff 2026: Artistic Research Roundtable 1 Die Künstler:innen Valentina Rodríguez Morales, Marcel-Nikodem Dziewulski, Marieluisa Lenglachner und Katharina Maria Wimmer präsentieren ihre Forschungsarbeiten unter dem Themenpool Extraktivismus, Ökologie und Faschismus. Die vier Projekte untersuchen Macht- und Herrschaftssysteme, die in Materialien und Landschaften eingeschrieben sind. Die künstlerischen Forschungen zu Kohle, Marmor, Google-Rechenzentren und den Flüssen Donau und Río Danubio, verbinden materielle und historische Recherche mit persönlichen und spekulativen Perspektiven. Die Veranstaltung ist Teil der BestOff 2026 der Kunstuniversität Linz. | 19:00–21:00 |
| Fr. 30.10 | Día de Muertos. Das Fest des Todes Wir nehmen den Abend vor Halloween zum Anlass, das Leben zu feiern: Ein Umzug mit Papierskeletten und bunten Totenköpfen, die man mit nach Hause nehmen kann. Für Kinder und Erwachsene | 15:00–17:00 |
| So. 01.11 | Briefe an die Toten schreiben Griefyards Writing Day mit Poetin Anja Grundner. | 13:00–16:00 |
| So. 01.11 | Öffentliche Führung durch die aktuellen Ausstellungen des Nordico Stadtmuseum Dauer 60 Minuten, max. 25 Personen, Führungkarte € 4 (zzgl. Eintritt) Keine Anmeldung erforderlich („first-come-first-served“) | 14:30–15:30 |
| Di. 03.11 | BestOff 2026: Artistic Research Roundtable 2 Die Künstler:innen Katarina Matić, Andreas Popp, Hannah Lang und Neha Chandel stellen ihre Projekte rund um die Themen Erinnerung, Grenzen und Architektur vor. Während Matić und Popp sich damit beschäftigen, wie Geschichte‑n verdrängt und vergessen werden, konzentrieren sich Hannah Lang und Neha Chandel darauf, wie sich diese Prozesse in Architekturen und Geographien einschreiben. Die Arbeiten der Künstler:innen werfen Fragen auf, wie vergangene Konflikte in der Gegenwart weiterbestehen und wie Räume zu Orten der Auseinandersetzung, aber auch der Begegnung und Wiedergutmachung werden können. Die Veranstaltung ist Teil der BestOff 2026 der Kunstuniversität Linz. | 19:00–21:00 |
Publikation
Zur Ausstellung erscheint das gleichnamige Buch im Verlag Anton Pustet, Salzburg. Hrsg. von Andrea Bina, Sebastian Piringer und Martina Zerovnik mit Beiträgen von Gerda Forstner, Éva Kovács und Kinga Frojimovics, Johannes Kaska, Paul Mahringer, Bertrand Perz, Sebastian Piringer, Karin Schneider und Wolfgang Schmutz, Claudia Theune, Martina Zerovnik. Grafik: Larissa Cerny. Ca. 210 Seiten, € 28
In Kürze erhältlich auf shop.museenderstadtlinz.at oder im Museumsshop im Nordico.
Handlungsraum
Was sind eure Gedanken zu Krieg und Frieden? Wo seht ihr Verbindungen zwischen Geschichte und Gegenwart, wo wirkt Zeitgeschichte fort und wo hat der Nationalsozialismus Spuren hinterlassen? Der Handlungsraum lädt Besucher*innen jedes Alters ein, mit Materialien der Ausstellung selbst umzugehen, eigene Fragen zu stellen und diese in der Ausstellung zu hinterlassen.
Schulprogramm
Hier finden Sie umfassende Informationen zu unserem Vermittlungsangebot und Programm für Schüler*innen.
Kooperationen
Die Ausstellung wurde realisiert in Zusammenarbeit mit dem Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust- Studien (VWI). Anlässlich des Gedenkjahres erfolgte eine Beteiligung an der Onlineausstellung Liberation, Objects der Mauthausen Memorial | KZ-Gedenkstätte.
